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Dr. Gabriele Lampert
Schock
Definition: Schock ist ein akutes schweres Kreislaufversagen. Das Herz ist nicht in der Lage, das zur Durchblutung lebenswichtiger Organe notwendige Herzminutenvolumen zu fördern. Der Organismus ist ohne Hilfe von außen nicht mehr in der Lage, sich mit seinen homöostatischen Kompensationsmechanismen aus dem Schock zu erholen.
Jeder Schock bedeutet höchste Lebensgefahr und muß zügig und gezielt behandelt werden!
Ursachen: Ätiologische Einteilung
Hypovolämie, kardiovaskuläre Ursachen, endokrinologische Ursachen, metabolisch-toxische Ursachen, septisch-toxischer Schock, anaphylaktischer Schock, neurogener Schock
Schockindex: Puls/RR systolisch
Pathopysiologie: Fällt die Organdurchblutung unter einen kritischen Wert, so reagiert der Organismus mit Katecholaminausschüttung (Adrenalin, Noradrenalin), was eine periphere Vasokonstriktion bedingt (Stadium der Kompensation). Besteht die Ursache weiter, so antwortet der Körper mit einer immer ausgeprägteren Kreislaufzentralisation. Unzureichende Durchblutung der Körperperipherie verursacht eine Gewebshypoxie mit anaerobem Stoffwechsel, die Funktion lebenswichtiger Organe wird noch mehr beeinträchtigt. Der Organismus gerät in einen Circulus vitiosus (Stadium der Dekompensation). Schließlich kommt es zu einem Multiorganversagen (Schockniere, ARDS= adult respiratory distress syndrom = Schocklunge). Durch hypoxischen Zellschaden werden vasodilatierende Substanzen freigesetzt. Sie heben im finalen Schockstadium die Kreislaufzentralisation auf.
Sobald die Vasokonstriktion maximal wird und lebenswichtige Organe wie Leber und Lunge nicht mehr ausreichend durchblutet werden, ist das Schockgeschehen irreversibel.
Hypovolämischer Schock = hämorrhagischer Schock
Ursachen: Blutung, Erbrechen, Durchfall, Dehydratation, Diabetes insipidus, Diabetes mellitus, M. Addison, Verbrennungen, Aszites (bei Peritonitis, Pankreatitis, Leberzirrhose)
Symptome: Hypotonie (RR systolisch größer 90mmHg), Tachykardie, schwacher oder nicht tastbarer Puls, Tachypnoe (schnelle, flache Atmung), Blässe, kaltschweißige Haut, Schüttelfrost, Erschöpfung, Verwirrtheit
Therapie: Volumenmangel behandeln => Infusion
Kardiogener Schock
Ursachen: Myokardinfarkt, Arrhythmien, akute Herzinsuffizienz (durch Myokarditis, Herzbeuteltamponade, Lungenembolie, Medikamente, Hypoxie, Azidose, Sepsis), Klappeninsuffizienz
Symptome: siehe oben, außerdem gestaute Halsvenen, bläuliche Marmorierung der Haut an Hals, Brust und Extremitäten
Therapie: Oberkörper hoch lagern, keine Infusion!
Anaphylaktischer Schock
Ursachen: Der anaphylaktische Schock ist eine generalisierte allergische Sofortreaktion (Typ I). Kurze Zeit nach der Allergengabe kommt es zu Pruritus, Urticaria, Exanthemen sowie Ödemen am Gesicht, Lidern und Glottis, außerdem Asthma, schließlich Kollaps und Schock
Therapie: Allergen absetzen, Adrenalin, Volumensubstitution, Calcium, Antihistaminica, Kortikosteroide
Septischer Schock
Ursachen: Infektionen mit gramnegativen Keimen oder andere massive Infektionen
Symptome: Schweißausbruch, Erbrechen, unfreiwilliger Stuhlabgang, großflächige Hautrötung, Atemnot, heftiger Juckreiz von Kopf und Zunge
Neurogener Schock
Ursachen: Durch Schockerlebnisse oder außergewöhnliche Schmerzen kann es über eine Vaguswirkung zum traumatischen Schock (=> hypovolämischer Schock) kommen.
Symptome: Schweißausbruch, Erbrechen, unfreiwilliger Stuhlabgang, großflächige Hautrötung, Atemnot, heftiger Juckreiz von Kopf und Zunge

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