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Dr. Gabriele Lampert
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Neuronen

Es gibt zwei verschiedene Zelltypen im Nervensystem: Nervenzellen (Neuronen) und Gliazellen (Glia).
Ein typisches Neuron besteht aus vier Bereichen: Zellkörper, Dendriten, Axon und präsynaptischen Endigungen.
Der Zellkörper ist das Stoffwechselzentrum der Zelle. Er enthält den Zellkern und das glatte und rauhe endoplasmatische Retikulum. Aus dem Zellkörper entspringen gewöhnlich zwei Typen von Fortsätzen, die Dendriten und das Axon. Die meisten Neurone haben zahlreiche Dendriten, die sich wie ein Baum verzweigen und dazu dienen, Signale von anderen Nervenzellen zu empfangen. Im Gegensatz dazu weist der Zellkörper nur ein einziges Axon auf. Das Axon ist ein röhrenförmiger Fortsatz, der am Axonhügel entspringt.
Der Axondurchmesser beträgt, je nach Zelle, zwischen 0,2 und 20 mm. Das Axon ist die wichtigste Leitungseinheit des Neurons. Es kann elektrische Signale über Entfernungen von 0,1mm bis 2m leiten. Viele Axone verzweigen sich in mehrere Äste und leiten dadurch Informationen zu verschiedenen Zielorten. Die elektrischen Signale, die über das Axon fortgeleitet werden, heißen Aktionspotentiale und sind schnelle und kurzlebige Alles-oder-Nichts-Nervenimpulse. Aktionspotentiale entstehen am Axonhügel und werden unverzerrt entlang des Axons weitergeleitet.
Um die rasche Fortleitung von Aktionspotentialen zu gewährleisten, sind große Axone von einer lipidreichen Isolierung umhüllt, dem Myelin. Diese Myelin- oder Markscheide ist in regelmäßigen Abständen von Ranvier-Schnürringen unterbrochen. An diesen nichtisolierten Stellen längs des Axons wird das Aktionspotential regeneriert. Die Bedeutung der Markscheiden liegt demnach darin, daß sie eine sprunghafte von Schnüring zu Schnüring ablaufende (saltatorische) Erregungsleitung ermöglichen. Die Geschwindigkeit des Aktionspotentials entlang einer markhaltigen Nervenfaser beträgt 120m/s, die einer nicht markhaltigen Nervenfaser dagegen 1,2m/s.
Kurz vor seinem Ende verzweigt sich das Axon in feine Äste, die Kontakt zu anderen Neuronen aufnehmen. Diese Kontaktpunkte nennt man Synapsen. Die Zelle, die ein Signal überträgt, heißt präsynaptische Zelle, die es empfängt, postsynaptische Zelle. Prä- und postsynaptische Zelle sind durch einen Zwischenraum, den synaptischen Spalt getrennt. An den Synapsen findet keine elektrische, sondern eine chemische Übertragung statt. Dabei wird durch das elektrische Signal im Axon aus Vesikeln an der präsynaptischen Membran ein Überträgerstoff freigesetzt, der durch den synaptischen Spalt zur postsynaptischen Membran diffundiert und dort erneut eine elektrische Veränderung bewirkt. Da die postsynaptische Membran keine Überträgerstoffe oder Neurotransmitter freiläßt, lassen Synapsen das Signal nur in eine Richtung durch.

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