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Dr. Gabriele Lampert

Diabetische Notfälle
Der hypoglykämische Schock und das diabetische Koma sind die beiden wichtigsten akuten Notfälle, die bei einem Diabetiker auftreten können.

Hyperglykämisches oder diabetisches Koma (BZ höher als 700 mg/dl)
Es liegt ein Insulinmangel vor, der durch einen erhöhten Bedarf, Diätfehler oder zu niedrig dosierter Medikamente bedingt sein kann. Vorstadien sind großer Durst, vermehrte Urinmenge, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, manchmal starke Oberbauchschmerzen und Erbrechen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Bewußtlosigkeit, Kußmaul-Atmung (rhythmische, abnorm tiefe Atmung mit normaler oder erniedrigter Frequenz zur respiratorischen Kompensation einer metabolischen Azidose). Die ausgeatmete Luft riecht nach Aceton, die Haut ist trocken, der Puls kaum tastbar.
Der Zustand entwickelt sich langsam.

Hypoglykämischer Schock (BZ niedriger als 50 mg/dl)
Es liegt ein Insulinüberangebot vor, das durch verminderte Nahrungsaufnahme oder medikamentöse Überdosierung bedingt sein kann. Vorboten sind Heißhunger, Übelkeit, Unruhe, Schweißausbruch, Schwäche, Müdigkeit bis hin zur Verwirrtheit, Krämpfe und Bewußtseinsverlust. Die Atmung ist unauffällig, die Haut ist feucht.
Der Zustand entwickelt sich sehr schnell, meist innerhalb von Minuten.
Sofort Notarzt verständigen!
Den Bewußtlosen, sofern Atmung und Herztätigkeit vorhanden, in die stabile Seitenlage bringen sowie eine Infusion zur Flüssigkeitssubstitution (500 ml physiologische Kochsalzlösung) anlegen. Bei der geringsten Unsicherheit der Differentialdiagnose zwischen hypoglykämischem Schock und diabetischem Koma niemals Insulin geben. Das kann zu tödliche Komplikationen führen. Als erste Maßnahme kann, wenn überhaupt, 20-50 ml Glukoselösung (verschreibungspflichtig!) i.v. gespritzt werden.

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